Die Finanzkrise und die Umwelt

ralph um 5:46 Uhr am Freitag, 3. Oktober 2008

Durch die Finanzkrise rutscht automatisch die Diskussion um die Umwelt und Emissionsrechte in den Hintergrund, zu Recht.

Steinmeier erwartet, dass eventuell der Emissionshandel Auftrieb bekommt, da bestimmte Produkte im Finanzbereich fehlen. Die momentane Unsicherheit in Finanzmärkte kann sich aber auch auf den Emissionshandel negativ auswirken.

Ich glaube, dass

  • das Thema Klimaschutz rückt mittelfristig hinter die Themen rund um die Finanzmärkte
  • die Emissionsrechte erfahren durch staatlichen Vorgaben die nötige Transparenz als Alternative zu Finanzmarktprodukten.

PS: Der BDI und das Klima …
Während der Bundesverband der Deutschen Wirtschaft über den “katastrophaler Fehler” der Bundesregierung über die Vollversteigerung der Emissionszertifikate jammert, stellt man gerade fest, dass in Europa die Temperatur schneller als im weltweiten Durchschnitt ansteigt.

Singapur macht die Nacht zum Tag - Klimakiller Formel 1?

rudi um 10:00 Uhr am Sonntag, 28. September 2008

Der Formel1 - Zirkus hat eine neue Attraktion und die Welt jubelt…! Ein “Nacht”-rennen fehlte noch auf der Liste der Superlative… Das dabei Unmengen an Energie sinnlos in den Nachthimmel verpulvert werden, interessiert leider in dem Kontext niemanden. Die Politik ruft zum Energiesparen auf und in Singapur beleuchtet man nun einen ganzen Formel1 -  Kurs. Man muss sich das mal vorstellen, da wird in den Medien groß ein “Nacht”-rennen versprochen und dann scheint aller 10 Meter ein Strahler auf die Strecke und macht die Nacht zum Tag. Wie war das? Nachtrennen…? Da wäre es doch interessanter gewesen, man lässt die Rennställe ordentliche Halogen-Strahler an die Boliden montieren und lässt sie so fahren… ;-) Wäre sicher lustig geworden und mich hätte es wirklich interessiert, mit wie viel Speed die dann durch die Straßenschluchten gejagt wären.

Bleibt noch eine kleine Rechnung zum Nachdenken: Insgesamt haben alle Strahler einer Leistung von ca. 3 Millionen Watt - rechnet man an den drei Tagen des Rennens nun mit ca. 3 x 4 h Betriebsdauer (was sicher noch nicht ausreicht) kommen wir auf 36.000 kWh (wenn ich mich nicht verrechnet habe ;-) Zum Vergleich: Der deutsche Musterhaushalt verbraucht pro JAHR 3.500 kWh.

Soviel zum Klimaschutz-Beitrag der Formel1. Vielleicht fährt Herr Ecclestone ja privat mit nem Elektroauto oder fliegt zumindest im großen Jumbo nach Singapur.

Umweltfreundliches Oktoberfest?!

rudi um 0:04 Uhr am Freitag, 26. September 2008

“O’zapft is!” - damit beginnt wie immer das Oktoberfest in München, von vielen herbeigesehnt und heiß erwartet. Aus Klima- und Umweltgesichtspunkten ist so eine Veranstaltung natürlich eher ein negativer Höhepunkt. Was tun, will man den Menschen den Spaß und das Feiern nicht komplett verderben?!

Interessanterweise setzen die Wirte und Veranstalter seit Jahren vermehrt auf umweltfreundlichen Strom und haben Maßnahmen initiiert, um Energie zu sparen. Sicher sind diese Maßnahmen nicht komplett uneigennützig, sind doch die Energiepreise ein Hauptgrund dafür. Aber zumindest steuern die Kosten einen Teil der Motivation. ;-)

Dabei kam mir die Frage, ob es denn überhaupt möglich ist, ein umweltfreundliches Oktoberfest zu veranstalten? Die Maßnahmen der Wirte in aller Ehren, aber die Hauptlast des Energieverbrauchs geht sicher von den Besuchern (Müll, Anreise, Übernachtungen etc.) aus. Arme Umwelt…dachte ich bis dahin…

…aber weit gefehlt, beim genaueren Hinschauen wird eine Menge unternommen, um neben Spaß und Ausgelassenheit die Umwelt nicht zu kurz kommen zu lassen. Bereits 1997 wurde die Stadt München vom Bundeswirtschaftsministerium für die umweltfreundliche Organisation der Großveranstaltung ausgezeichnet. Schließlich will man in vielen Jahren auch noch feiern. Die Stadt München ist so seit Jahren bestrebt, das Oktoberfest zu einem “Ökofest” werden zu lassen. So kommen neben Mehrweggeschirr, getrenntes Abfallhandling und Wassereinsparungsmaßnahmen nun immer mehr auch Ökostrom- bzw. Stromsparmaßnahmen zum Zug. Auf diesem Weg konnten seit Jahren Unmengen an Müll, Abwasser und Stromverschwendung vermieden werden. Darüber hinaus müssen die Wirte und Betreiber bei der Zulassung auch die Prüfung in Punkto “Umweltverträglichkeit” über sich ergehen lassen.

Wenn nun noch die Besucher entsprechend handeln würden, wären wir auch dort auf einem guten Weg. Na dann…Prost!

Carbon Capture Storage macht die Runde

ralph um 6:51 Uhr am Donnerstag, 25. September 2008

Bravo, die Lösung für Europas Klima ist in Sicht.

Da schreibt man “CO2-Speicherung: Europas Klimaproblem ist lösbar“. Im ersten Moment dachte ich, dass nun große Schutzwälle hochgezogen werden, damit Europa seine eigene CO2-Reduktion vollziehen kann. Nein, natürlich nicht. Es geht um die CO2-Speicherung imErdreich.

Die Unternehmensberater von Boston und McKinsey glauben an diese Technologie und preisen schon heute die zukünftige Lösung für die europäischen Klimaprobleme.

Im Osten geht die Sonne auf,
bekommt eine neue Bedeutung. Für 70 Mio. wurde die Schwarze Pumpe modernisiert und die CCS-Technologie eingeführt. Das erste Kohlekraftwerk fast ohne CO2-Ausstoss in die Luft.

Mal schaun, wie sich die Technologie bewährt. Wünschenswert wäre es, sehr sogar.

Je wärmer, desto mehr CO2

ralph um 6:26 Uhr am Donnerstag, 25. September 2008

Man könnte sagen, da haben wir das Schlamassel.

Forscher haben herausgefunden, dass bei einer Erwärmung der Erde die Pflanzen die Fotosynthese reduzieren und dadurch weniger CO2 umgewandelt wird. Nur auf die Umwandlung des CO2 bezogen, heisst dieses, dass unsere Pflanzen durch die Erwärmung die Erderwärmung selbt beschleunigen.

Ab welchem Erwärmungsgrad eine Sättigung der Abnahme der CO2-Umwandlung geschieht, wurde (noch) nicht untersucht.

Tja, dann mal willkommen in einer momentan expontiellen Erderwärmung
Gestützt werden die Aussagen von einer anderen Studie, die die kleine Eiszeit (15.-19. Jhd) untersuchten.  Hier kommen die Forscher auch zu dem Ergebnis, dass höhere Temperaturen die Umwandlung von CO2 beeinträchtigen.

Schönes Schlamassel, und wir diskutieren noch was wir alles zur Reduktion beitragen sollen/wollen. Die Antwort ist durch die Studie vorgegeben: Alles.

Das Kruz mit dem den Emissionsrechten in Deutschland

ralph um 5:51 Uhr am Montag, 22. September 2008

Erst einmal die gute Nachricht vom 18.09. Umweltminsiter Gabriel konnte sich mit dem Wirtschaftsminister Michael Glos nach langerm Streit Diskussion einigen. Auch für neue Kohlekraftwerke gelten CO2-Emissionsrechte, somit wird der Anreiz für neue Kohlekraftwerke wesentlich geringer. Mal schaun, welche Lobby-Karte nun von den Ernergieversorger in Kürze gezogen wird.

So gewonnen so zerronnen. Ein Tag später lässt uns unsere Bundesregierung wissen, dass kohlenstoffintensive Unternehmen (wie z.B. Stahlhütten) bis 2020 von der Auktion der CO2-Zertifikate ausgenommen sind.  Welche Branchen darunter fallen ist nicht klar, aber gerade die aus Umweltschutz entscheidenden Branchen von der Versteigerung auszunehmen ist kaum nicht zu verstehen. “Bevor man sich an das Krebgeschwürz traut, macht man lieber erst die Schönheits-OP an der Nase.”
Ich überlege gerade, wie ich meinen Kinder das später mal erklären soll.

Weltsteuer und Wolf im Schafspelz

ralph um 6:54 Uhr am Sonntag, 7. September 2008

Globale Klimasteuer … Da stolpere ich heute über eine Tagung im kühlen Norden, wo man vorschlägt, eine Weltsteuer für den Kilmaschutz einzuführen. Also genauer: Der globale Handel mit Emissionsrechten soll weiterausgebaut werden, u.a. sollen in sämtlichen Ländern die wichtigsten Verschmutzer identifiziert werden. Im gleichen Zug wird eine globale Steuer für den Kilmaschutz eingefügt. Wenn man die Idee ohne den Hintergrund der Schwierigkeiten beim Kyoto-Protokoll und der Heterogenität aller Staaten betrachtet, sicherlich eine wertvolle Idee. Wenn man die Welt betrachtet, auf der wir leben, ist diese Idee nicht für diese gemacht.

Schweine im Weltall Berlin … In einem Jahr sollen 100 Smarts mit Elektroantrieb in Berlin fahren. Das Ganze wird von RWE und Daimler vorangetrieben. RWE setzt (u.a.) auf Braunkohle, 25% ist der Durchschnitt, RWE liegt bei 42% im Energiemix. Nun jetzt weiss man, wie der Abbau der Braunkohle Einfluss auf die Landschaft und auf das Klima nimmt. Da muss man kein Umweltschützer sein, um sich für den Erhalt einer natürlichen Umwelt sich einzusetzen (s. dazu Tagebau Hambach).
Die Aktion in Berlin hatte auch was Gutes. Greenpeace veredelte die Smarts in pinkfarbene Schweine. Sehr nett …

Verrückte Gletscheraktion

ralph um 6:53 Uhr am Samstag, 16. August 2008

da gibt es einen Mainzer Professor, Herrn Hans-Joachim Fuchs, der einen Gletscher retten möchte, in dem man den Wind als eine Ursache der Erosion verhindert: Man(n) baut einen Windfang. Der ausführliche Bericht, gerne auch mit einen guten Pfund Kritik an diesem Vorhaben, gibt es bei SpON: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,572107,00.html

Für mich zusammenfassend: die Idee etwas merkwürdig und anscheinend nicht zielführend. Wenn man sich die Medienberichte anschaut, ist eventuell es auch nicht primäres Ziel einer Gletscherrettung.

Das Bienensterben …

ralph um 12:44 Uhr am Montag, 21. Juli 2008

Ich erinnere mich noch gut, wie vor wenigen Monaten ein Imker aus dem Breisgau über das Bienensterben im Deutschlandfunk berichtete. Ähnliche Berichte gab es auch aus den USA. Ein Krankheitserreger namens Israelischer Paralyse-Virus war hier in vielen toten Bienen diagnostiziert worden.

Inzwischen weiss warum, im Süden von Deutschland die Bienen gestorben waren. Schuld war das Saatgutbeizmittel Clothianidin von Bayer. Ducrh unsachgemäße Beizung konnte sich das Beizmittel beim Aussäen in die Luft verteilen, und in der Luft sind bekanntlich die Bienen.

So gibt es für jedes Bienensterben eine gute Begründung und nicht die Gentechnik, nicht die Klimaveränderung, nicht die pflanzlichen Monokulturen haben damit etwas zu tun.

Auf jeden Fall wehren sich die Imker gegen die Bedrohung der Bienen, aber scheinbar ohne richtige Argumente. Jedes der Argumente kann entkräftet werden. “Möglicherweise könnte der verteufelte Gentechnikmais sogar zum Retter der Bienen werden, weil er einen Bienen schädigenden Giftstoff überflüssig macht.” (Die Welt, 19.07.2008)

Auf der anderen Seite wissen wir, dass es Änderungen in der Umwelt und Technologie gibt, die sehr wohl eine Auswirkung auf die Natur und uns haben. Vielleicht ist es nicht nur die Gentechnik und nicht nur die Monokultur, die zu einer Veränderung der Rahmenbedingungen für die Bienen beiträgt.

Werde heute erstmal ein Glas Honig kaufen …

Energieversorger profitieren von (fast) kostenfreien Emissionszertifikaten

ralph um 8:50 Uhr am Freitag, 20. Juni 2008

Die Energierversorger in Deutschland erhalten zu 90% die Emissions- sprich Umweltverschmutzungszertifikate von der Bundesregierung kostenfrei. Die Unternehmen können dann mit diesen Zertifikaten Handel treiben und die Kosten hierfür auf die Energiepreise umlegen.

Eine Studie des WWF belegt, dass 35 Mrd. zusätzlich von den deutschen Energieversorgern bis 2012 eingenommen werden kann.

Ab 2013 sollen die Umweltzertifikate versteigert werden, so dass der Erwerb der Umweltzertifikate mit wahrscheinlich/hoffentlich höheren Kosten verbunden ist.

Da hoffen wir mal, dass die Energieversorger diese Einnahmen in umweltverträgliche Anlagen investieren, damit der Verbraucher später profitiert. Das wäre doch eine gute Auflage der Bundesregierung, wenn die Zertifikate schon fast kostenfrei verteilt werden,

Quelle: http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/eon-und-co-kassieren-ab/